Bahninfrastruktur

Infrabel ist der für die Infrastruktur der Bahn verantwortliche Betreiber. Diese Infrastruktur beinhaltet alle festen Anlagen, die für den Betrieb der Bahnfahrzeuge und deren sichere Fahrt erforderlich sind. Es handelt sich schlicht um: Gleise, Oberleitung, Kunstbauten, Signalanlagen, Übergänge usw. Die Bahninfrastruktur in Kürze..

1. Gleise

Die Gleise und das Gleisbett bilden den Unterbau, auf dem die Züge fahren. In Belgien beträgt die normale Spurweite 1435 mm, gemessen zwischen den Innenseiten der Schienenköpfe. Die Schienen sind aus Stahl und führen die Räder des Zugs. Sie ruhen auf einem Schotterunterbau, dem sogenannten Ballast. So wird die Belastung des fahrenden Zugs aufgefangen und auf den Unterbau verteilt, sodass die Gleise stets stabil bleiben. Die Schwellen sorgen dafür, dass die Spurbreite sich nicht verändert und leiten die Belastung auf den Schotter. In der Vergangenheit waren die Schwellen aus Holz und die Bahnstrecken bestanden aus kurzen zusammengeschweißten Schienen. Die Zeit bleibt aber nicht stehen: Heute verlegen wir die Gleise auf Schwellen aus Beton und verwenden lückenlose Schienen ohne Fugen. Resultat: langlebiger, weniger Lärm und Vibrationen sowie mehr Komfort.

2. Gleisanlagen

Das belgische Eisenbahnnetz zählt zu den meist befahrenen weltweit. An vielen Stellen müssen Reisewege sich kreuzen und zusammenkommen können. Weichen und Kreuzungen tragen dazu bei, dass alle möglichen Verbindungen zustande kommen. Eine Weiche besteht aus beweglichen Zungen, die eine Änderung der Fahrtrichtung ermöglichen. Die Weichen werden zentral in den Stellwerken gestellt.

Alle Gleisausrüstungen und Weichen werden in der Werkstatt von Bascoup entworfen, hergestellt und montiert. Dabei ist Präzisionsarbeit auf höchstem Niveau erforderlich: ein Zehntel Millimeter macht einen enormen Unterschied. Die Werkstatt von Bascoup liefert nicht nur Weichen für das belgische Schienennetz, sondern auch für einige städtische Verkehrsunternehmen und ausländische Kunden. Das Video zeigt den Produktionsprozess der Gleisausrüstung: von der Bestellung bis zur Auslieferung. 

3. Signalsystem

Das Signalsystem gewährleistet die Sicherheit des Eisenbahnnetzes. Dank dieser Anlagen erhalten die Zugführer die Anweisungen, die sie benötigen, um den Zug sicher zu steuern. Sie sorgen dafür, dass die Züge nicht zusammenstoßen und die zulässige Geschwindigkeit nicht überschritten wird.

Signalposten

Während die Signale früher noch manuell bedient werden mussten, verfügen die meisten Stellwerke heute über moderne Technologie, bei der die Signale computergesteuert bedient werden. Diese Technologie für ein EBP (Elektronisches Stellwerk) schlägt für jede Strecke und jeden Zug eine Fahrtroute vor. Der Signalgeber kann diese Route den Umständen entsprechend annehmen oder anpassen. Diese Technologie bietet viel Zeitgewinn und sorgt zudem für einen sichereren Zugverkehr sowie eine effizientere Verkehrssteuerung.

2005 gab es im Schienennetz noch viele lokale Stellwerke. Infrabel zentralisiert diese Stellwerke in modernen Verkehrsleitzentralen, die mit der modernsten Technologie ausgerüstet sind. Diese Zentralisierung wird sowohl die Sicherheit als auch die Pünktlichkeit verbessern. Angestrebtes Ziel: nur noch 10 hypermoderne Stellwerke bis 2022.

Lichtsignale

Lichtsignale sind das Kommunikationsmittel zwischen Signalgeber und Zugführer. Die Lichter geben den Zugführern die erforderlichen Anweisungen, um den Reiseweg sicher zurückzulegen. Sie bestehen aus einem roten, einem grünen, zwei gelben und einem weißen Licht. Darüber hinaus können sie auch Leuchtziffern und andere Angaben enthalten.

Signalzeichen

Die Signalzeichen sind feste Anzeigen entlang der Gleise, die Geschwindigkeitsbeschränkungen vorgeben.

Führerstandsignalisierung

Mit den Führerstandsignalen erhält der Zugführer alle Anweisungen auf einen Bildschirm an Bord des Zugs. Die Geschwindigkeit des Zuges wird mit diesem System laufend kontrolliert und bei zu hoher Geschwindigkeit wird der Zug automatisch abgebremst. Diese Systeme ersetzen die Signalanlagen entlang der Gleise. Das ETCS-System wird schrittweise überall in Belgien eingeführt. Einfachere Ausführungen dieses Systems sind bereits im belgischen Netz installiert und unterstützen die Steuerung der Züge: Krokodil, TBL1 und TBL1+ Eurobalise. Diese Systeme erhöhen die Sicherheit des Schienenverkehrs.

4. Oberleitung

Die Oberleitung, auch Fahrdraht genannt, versorgt die Züge mit Strom. Der Stromabnehmer des Zugs hat Kontakt zum Fahrdraht und nimmt so den benötigten Strom auf. In Belgien versorgen Unterwerke die Oberleitungen mit einer Spannung von 3000 Volt Gleichstrom und mit 25.000 Volt Wechselstrom für Hochgeschwindigkeitszüge. Die Oberleitung besteht aus 2 Fahrdrähten, die mit Gewichten am Anfang und Ende eines Oberleitungsabschnitts gestrafft werden. Um zu verhindern, dass die Stromabnehmer durch den Kontakt mit dem Fahrdraht immer an der gleichen Stelle verschleißen, werden die Fahrdrähte im Zickzack aufgehängt.

5. Unterwerke

In den Unterwerken wird die vom Versorger bereitgestellte elektrische Energie in die gewünschte Spannung umgewandelt und auf das Bahnnetz verteilt. Die Energie wird mit einer hohen Wechselstromspannung (11.000 bis 70.000 Volt) geliefert und in 3.000 Volt Gleichstrom umgewandelt.

6. Kunstbauten

.Ein Kunstbau ist ein Bauwerk, das dafür sorgt, dass eine Bahnstrecke ungehindert bestimmte Geländeeigenschaften überwinden und Verkehrswege überqueren kann. Es handelt sich um Brücken, Viadukte aber auch um Böschungsmauern, Düker, Unterführungen usw. Entlang des belgischen Eisenbahnnetzes gibt es ca. 4.800 Brücken, 2.500 Böschungsmauern und 132 Tunnel.

7. Bahnübergänge

Ein Übergang ist eine niveaugleiche Kreuzung einer Bahnstrecke und eines anderen Verkehrswegs. Zur Gewährleistung der Sicherheit des kreuzenden Verkehrs sind je nach Übergangsart verschiedene Sicherheitsvorkehrungen an den Übergängen vorgesehen:

  • Andreaskreuz
  • Leuchten
  • Schlagbäume
  • Akustisches Signal

 Infrabel ist bestrebt, möglichst viele Bahnübergänge zu entfernen und zu ersetzen, da sie ein Risiko für unvorsichtige Verkehrsteilnehmer darstellen.

Weitere Informationen zu Übergängen