Sicherheit entlang der Gleise und auf dem Bahnsteig

Im Jahr 2016 verzeichneten wir 7 Todesfälle und 1 Schwerverletzter, da sich Personen unbefugt auf den Gleisen befanden. Diese liefen entlang der Gleise oder auf ihnen, um beispielsweise eine Abkürzung zu nehmen. Die Bilanz erhöhte sich verglichen mit 2015. Jede verletzte Person ist eine zu viel.

Unbefugter Aufenthalt auf den Gleisen

Die Zahlen zeigen, dass 45% der Personen, die sich unbefugt auf den Gleisen aufhalten, Pendler sind. Häufig wollen sie eine Abkürzung nehmen. Dabei werden die Geschwindigkeit und der Bremsweg eines Zugs oft nicht beachtet. Darüber hinaus ist das Eisenbahngelände ein lebensgefährliches Privatgelände.

Folgen des unbefugten Aufenthalts auf den Gleisen

Pünktlichkeit

Abgesehen vom menschlichen Leid wurden dadurch auch zahlreiche Verspätungen verursacht, die sich insgesamt auf durchschnittlich fünf Stunden pro Tag belaufen. Die Zahl der Verspätungsminuten hat sich bezüglich 2015 mit 6 % gesteigert (vor allem 84 % bezüglich des Durchschnittswertes der 3 vorigen Jahren).

Es ist nicht überraschend, dadurch auch große Verspätungen im Zugverkehr verursacht werden. Laut Sicherheitsverfahren muss der Zugverkehr unverzüglich stillgelegt werden, sobald der Zugführer Menschen auf den Gleisen sieht. Die dadurch verursachten Verspätungen können sich belaufen. Ersparen Sie den Reisenden diese Unannehmlichkeit und benutzen Sie zum Überqueren der Gleise immer die Unterführung, die Brücke oder den sicheren Bahnübergang in der Nähe.

Trauma für den Zugführer

Das gefährliche Verhalten in der Nähe der Gleise kann nicht nur für Gleisläufer und Reisende schwerwiegende Folgen haben, sondern auch für den Zugführer selbst. Er bekommt den Schreck seines Lebens, wenn er plötzlich eine Person auf den Gleisen sieht und eine Vollbremsung machen muss. Das Anfahren einer Person ist für einen Zugführer das meist traumatisierende Ereignis.

Aktionen von Infrabel gegen den unbefugten Aufenthalt auf den Gleisen

Auch wenn sich der unbefugte Aufenthalt auf den Gleisen stark auf die Pünktlichkeit auswirkt, steht für Infrabel die Sicherheit weiterhin an erster Stelle. Deshalb arbeitet Infrabel ständig an der Sicherung der am stärksten betroffenen Stellen sowie an der Ausstattung mit harten und sanften Vorkehrungen gegen den unbefugten Aufenthalt auf den Gleisen:

Anti-trespass panel
  • Ausstattung mit Stolpermatten: Durch die Unebenheit dieser Matten ist es fast unmöglich, die Gleise zu überqueren.
  • Absperrungen: Rund um die am stärksten betroffenen Bereiche werden Absperrungen installiert. Es gibt zwei Sorten von Absperrungen: Natürliche Begrenzungen wie dichtes Gehölz oder künstliche Einfriedungen wie Zäune.
  • Verbotsschilder: An der Bahnsteigkante wurden neue Verbotsschilder aufgestellt.
  • Um der Bevölkerung die Gefahren und weitere Folgen des unbefugten Aufenthalts auf den Gleisen bewusst zu machen, ist eine Sensibilisierung erforderlich. Deshalb führt Infrabel regelmäßig Sensibilisierungskampagnen durch. Darüber hinaus werden gemeinsam mit der SNCB (Securail) und der Bahnpolizei regelmäßig groß angelegte Kontrollen durchgeführt, um Personen auf den Gleisen zu erwischen und mit einer Geldstrafe zu belegen.

Sicher auf dem Bahnsteig warten

Halten Sie einen sicheren Abstand

Züge sind sehr schnell und wuchtig, sodass sie beim Vorbeifahren für starke Turbulenzen sorgen. Diese Turbulenzen sind so stark, dass Sie leicht unter den Zug gezogen werden könnten, wenn Sie sich zu nah am Rand des Bahnsteigs aufhalten. Um Reisende daran zu erinnern, einen sicheren Abstand zu halten, bringt Infrabel Markierungen, z. B. gelbe Sicherheitslinien oder Noppenfliesen an den Bahnsteigen an.

Züge fahren manchmal mit hoher Geschwindigkeit durch Bahnhöfe, ohne anzuhalten. Ein durchfahrender Zug wird angekündigt, sodass Sie rechtzeitig für einen ausreichenden Sicherheitsabstand sorgen können.

Ihnen ist etwas auf die Gleise gefallen?

Lassen Sie es einfach liegen und bitten Sie das Bahnhofpersonal um Hilfe.

Müssen Sie den Bahnsteig wechseln?

Es ist lebensgefährlich, einfach so die Gleise zu überqueren. Benutzen Sie immer einen gesicherten Durchgang, um auf einen anderen Bahnsteig zu gelangen. Dabei kann es sich um eine Fußgängerbrücke, eine Unterführung oder einen gesicherten Übergang handeln. Ist Ihr Leben nicht einen kleinen Umweg wert?