Sicherheit an Bahnübergängen

Im Jahr 2016 investierte Infrabel rund 32 Millionen Euro in Umbau, Erneuerung und Entfernung von Bahnübergängen, um deren Sicherheit zu erhöhen. Doch auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ist entscheidend für die Reduzierung von Unfällen.

Spielen Sie nicht mit Ihrem Leben! Warten Sie am Bahnübergang!

Im Jahr 2016 ereigneten sich 45 Unfälle mit vier Todesopfern und acht Verletzten.

Die Hauptursache ist und bleibt die Nichteinhaltung der Straßenverkehrsordnung. Das ist lebensgefährlich und stellt ein echtes sozial-gesellschaftliches Problem dar. Infrabel fordert alle Verkehrsteilnehmer erneut dazu auf, an einem Bahnübergang jederzeit und überall anzuhalten, wenn das akustische Signal ertönt, die roten Lichter blinken und die Schlagbäume geschlossen oder in Bewegung sind.

Anzahl der Unfälle an Bahnübergängen 2012 2013 2014 2015 2016
Anzahl der Bahnübergänge 1857 1848 1818 1773 1751
Anzahl der Unfälle an Bahnübergängen 52 43 47 45 45
Anzahl der Todesfälle an Bahnübergängen 13 7 11 11 4

 

ZOOM

Einzelheiten zu den Zahlen "Bilanz 2016 Bahnübergänge"

Es ist wirklich nicht gefährlich, ein Gleis an einem Bahnübergang zu überqueren, wenn man gut aufpasst und insbesondere die Sicherheitsvorschriften und die Signalisierung beachtet.

  1. Verlangsamen Sie das Tempo, wenn Sie sich einem Bahnübergang nähern. Behalten Sie die Signalisierung im Auge  und beachten Sie die Lichter, die akustischen Signale und den Schlagbaum. Sobald das akustische Signal ertönt und die roten Lichter leuchten, müssen Sie anhalten, auch wenn die Schlagbäume noch nicht heruntergelassen sind. Warten Sie, bis die Schlagbäume vollständig hochgefahren sind und die Lichtsignale wieder weiß leuchten, bevor Sie die Gleise überqueren.
  2. Bleiben Sie nicht auf dem Übergang stehen. Überqueren Sie die Gleise erst, wenn Sie absolut sicher sind,  zügig über sie hinüber fahren zu können.
  3. Fahren Sie nie durch geschlossene Schlagbäume. Wenn ein Zug bereits vorbei ist, kann stets ein zweiter folgen. Die Zeitspanne zwischen dem Schließen der Schlagbäume und dem Vorbeifahren des Zuges beträgt übrigens im Schnitt nur 30 Sekunden.
  4. Kein akustisches Signal, keine Lichter oder kein Schlagbaum? Schauen Sie sorgfältig nach rechts und links, ob sich ein Zug nähert.

Bahnübergänge entfernen

Wenn Autos, Radfahrer und Fußgänger die Gleise überqueren müssen, birgt dies stets Risiken, denn ein Zug kann nicht mal schnell anhalten. Wir sind daher schon jahrelang damit beschäftigt, eine Reihe Übergänge zwischen Gleis und öffentlichen Wegen zu entfernen.

Im Jahr 2016 hat Infrabel 22 Bahnübergänge entfernt. Unfälle können am besten vermieden werden, indem Schiene und Straße sich nicht mehr kreuzen. Deshalb will Infrabel so viele Bahnübergänge wie möglich durch eine Brücke, eine Unterführung, eine Parallelstraße oder einen Fahrradweg ersetzen. Die Suche nach diesen alternativen Mobilitätslösungen erfolgt immer in enger Abstimmung mit den lokalen Behörden und den Anwohnern.

Ein Übergang wird nicht ohne Weiteres entfernt. Dieser Entscheidung gehen eingehende Voruntersuchungen, Risikoanalysen und Mobilitätsstudien voraus. Gemeinsam mit den Behörden vor Ort und anderen Betroffenen untersuchen wir, wie Anwohner, Reisende und sonstige Verkehrsteilnehmer die Gleise trotzdem überqueren können. Der Bau einer Brücke oder einer Unterführung ist hier beispielsweise eine Lösung. In einigen Fällen wird der Autoverkehr umgeleitet und für Radfahrer und Fußgänger eine kleine Brücke oder eine Unterführung gebaut.

Bahnübergänge instand halten und erneuern

Dort wo ein Bahnübergang nicht entfernt werden kann, investiert Infrabel in seine Modernisierung, Anpassung und Wartung. Beispielsweise verbessern wir die Signalisierung (Anbringen von Lichtern, zusätzliche Schlagbäume für Fußgänger und Radfahrer usw.) und führen Beratungen mit der Straßenbaubehörde durch, um die erforderlichen Arbeiten auszuführen, mit denen die Sichtbarkeit der Bahnübergänge erhöht werden soll.

Bei Störungen an einem Übergang wird automatisch „großer Alarm“ ausgelöst. Die Schlagbäume gehen nach unten und für die Züge in der Umgebung gelten besondere Anweisungen: Auf Höhe der Übergänge müssen sie sehr langsam fahren und hupen. Wir verfügen über Überwachungssysteme, mit denen wir feststellen, ob tatsächlich eine technische Störung an einem bestimmten Bahnübergang vorliegt. Stellt sich das als nicht zutreffend heraus, dürfen die Züge normal weiterfahren.

EIN NEUES AKUSTISCHES SIGNAL

Bahnübergänge, die stark frequentiert werden, wurden neben Andreaskreuzen und Schranken auch mit einem akustischen Signal ausgestattet. Das akustische Signal warnt die Verkehrsteilnehmer vor dem Bahnübergang,  wenn der Übergang geschlossen wird, und beginnt ca, 15 Sekunden vor dem Absenken des Schlagbaums zu läuten.

Im September 2014 begann Infrabel mit der Erneuerung des akustischen Signals an allen Bahnübergängen mit aktiver Signalanlage. Das mechanische Läutwerk wir durch ein in eine Richtung gerichtetes, elektronisches Läutwerk ersetzt, das mit einer Art Lautsprecher verglichen werden kann. Das neue akustische Signal ist wartungsärmer und weniger anfällig für Defekte. Und das kommt sowohl der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer als auch der Pünktlichkeit der Züge zugute. Seit Anfang 2016 sind alle Bahnübergange mit dem neuen akustischen Signal ausgestattet.