Ein sicheres und instand gehaltenes Schienennetz

Das belgische Schienennetz wird instand gehalten, sodass die Züge jeden Tag unter optimalen Sicherheitsbedingungen verkehren können. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben von Infrabel. Denn die beste Vorkehrung gegen Störungen und Pannen ist ein gut instand gehaltenes Schienennetz.

1. Das Schienennetz überprüfen und instand halten

Das belgische Schienennetz wird intensiv genutzt. Täglich verkehren fast 4000 Züge auf unserem Schienennetz. Die Eisenbahninfrastruktur muss regelmäßig überprüft und instand gehalten werden und ggf. müssen Komponenten ausgetauscht werden, um sicherzustellen, dass der Zugverkehr pünktlich ist.

Schienen, Signalanlagen und Installationen wie Weichen, Übergänge und Oberleitungen werden mindestens zweimal pro Monat überprüft. Wenn Störungen auftreten, beheben wir sie schnell.

Je nach Intensität und Gewicht des Zugverkehrs kann die Eisenbahninfrastruktur im Durchschnitt 20 bis 40 Jahre lang genutzt werden. Infrabel behält ständig den Zustand der Eisenbahninfrastruktur im Auge. Wenn Gleise, Oberleitungen oder Weichen das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen, erneuern und ersetzen wir sie.

Nach Möglichkeit wendet Infrabel bei diesen Arbeiten das Prinzip der "Vermassung von Arbeiten" an.

Muss eine Strecke für erforderliche Erneuerungs- oder Instandhaltungsarbeiten vorübergehend außer Betrieb genommen werden? Dann nutzen wir die Möglichkeit, um möglichst viele geplante Arbeiten gleichzeitig auszuführen. So kann Infrabel viel schneller, sicherer und kontinuierlich arbeiten und es entstehen für Fahrgäste und Anwohner nur geringe Beeinträchtigungen.

Darüber hinaus prüfen und setzen wir ständig Maßnahmen um, die:

  • die Sicherheit auf den Gleisen weiter verbessern sollen;
  • die Nutzungsdauer der Infrastruktur verlängern sollen;
  • die Instandhaltungskosten senken sollen.

2. Die Mitarbeiter am Einsatzort gut schützen

Tagtäglich sind tausende Mitarbeiter von Infrabel mit der Instandhaltung der belgischen Eisenbahninfrastruktur beschäftigt. Sie arbeiten bei jedem Wetter und häufig nachts, um einen stetigen und sicheren Schienenverkehr zu gewährleisten. Infrabel sorgt dafür, dass diese Mitarbeiter ihre Arbeit vollkommen sicher ausführen können.

Was tun wir dafür? Zunächst prüfen wir, ob wir die Strecke außer Betrieb nehmen können, auf der oder an der die Arbeiten stattfinden. Das heißt, dass dort keine Züge fahren und die Arbeiten vollkommen sicher durchgeführt werden können. 

Manchmal kann die Strecke nicht außer Betrieb genommen werden, da die Beeinträchtigung des Zugverkehrs zu groß wäre. In diesen Fällen richten wir Sicherheitssysteme zum Schutz der Gleisarbeiter ein, wie:

  • Der Sicherungsposten: steht entlang der Schienen, um seine Kollegen über Funk oder mit akustischen Signalen und Lichtsignalen zu warnen, wenn sich ein Zug nähert. So können sie rechtzeitig die Gleise verlassen.
  • Die Verteiler des Fahrstroms: Sie sorgen dafür, dass der Strom in den Oberleitungen abgestellt wird. So können unsere Mitarbeiter bei den Arbeiten mit Sicherheit keinen Stromschlag bekommen.
  • Automatische Warnsysteme: diese Systeme warnen die Mitarbeiter auf den Gleisen rechtzeitig, wenn sich ein Zug nähert, und lassen den Zug erst durchfahren, wenn die Arbeiter die Gleise verlassen haben. So senken wir das Risiko möglicher Unfälle durch menschliches Versagen und sorgen damit für sicherere Arbeitsbedingungen für das Baustellenpersonal.

Sind Sie Arbeitnehmer eines externen Unternehmens und werden Sie auf den belgischen Gleisen arbeiten? Schauen Sie sich unsere e-Learning-Website für sicheres Arbeiten auf den Gleisen an.

3. Zwischenfälle analysieren und aufspüren

Ereignet sich dennoch ein Zwischenfall, dann möchten wir daraus lernen. Denn Zwischenfälle geschehen nicht zufällig. Wenn sich beispielsweise herausstellt, dass jemand die Regeln missachtet hat, dann müssen wir herausfinden, ob die Regeln unmissverständlich und praktikabel sind. Nur so können wir die Sicherheit auf den Gleisen weiter verbessern. Was tun wir dafür?

  • Alle Zwischenfälle und Pannen werden gründlich untersucht. Wir untersuchen die Ursachen und schlagen Maßnahmen vor, um diese Störungen künftig zu verhindern.
  • Bestimmte externe Gegebenheiten können eine Bedrohung für die Sicherheit auf den Gleisen darstellen. Sie werden diese dank zusätzlicher Maßnahmen proaktiv ermittelt und beseitigt.
  • Wir erstellen Risikoanalysen bestehender und geplanter Projekte, Regelungen und Verfahren. Daraus ergeben sich Empfehlungen zur Vorbeugung und Einschränkung der ermittelten Risiken wie Anpassungen der Regelungen und Verfahren, Schulungen, Infrastruktureingriffe usw.

Wir verfolgen aus nächster Nähe die Entwicklung des Sicherheitsniveaus des Schienennetzes. Sinkt das Sicherheitsniveau? Dann werden Maßnahmen ergriffen, um die sichere Situation wieder herzustellen.

4. Zwischenfälle und Unfälle wirksam in Angriff nehmen

Um Unfälle und Zwischenfälle schnell und wirksam in Angriff nehmen zu können, ist es wichtig, Notfallpläne zu erstellen.
Infrabel arbeitet hierfür mit Gemeinden und Provinzen, Feuerwehren und der Polizei zusammen. Auf diese Weise können wir bei möglichen Unfällen so effizient wie möglich reagieren und Rettungsmaßnahmen so gut wie möglich koordinieren

Bei einem Unfall mit einem Güterzug, der Gefahrgut transportiert, werden spezialisierte Unternehmen eingreifen und die erforderlichen Maßnahmen einleiten. Seit 2008 arbeitet Infrabel hierfür mit Solvic und BASF zusammen. 

Unsere Aufgabe ist es, die Züge so schnell wie möglich wieder sicher fahren zu lassen. Ab und zu kann das etwas länger dauern, wenn die Polizei oder die Staatsanwaltschaft beispielsweise den Ort des Zwischenfalls näher untersuchen muss.