Kupferdiebstahl verhindern

Im Jahr 2015 wurden auf dem belgischen Eisenbahngelände 810 Kabeldiebstähle im Vergleich zu 1362 im Jahr 2012 verzeichnet. Dieser deutliche Rückgang (-40,5 %) ist das Ergebnis verschiedener gezielter Maßnahmen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans gegen Kabeldiebstähle, wie z. B. technische Anpassungen, verstärkte Kontrollen durch Polizei und Securail, immer härtere Strafen und angepasste Rechtsvorschriften.

Deutlicher Rückgang der Anzahl an Kabeldiebstählen

Zwischen 2009 und 2012 ist die Anzahl der Kabeldiebstählen auf dem belgischen Schienennetz rasant angestiegen (+370 %). Die Zahl der registrierten Straftaten hat sich in diesem Zeitraum von 290 auf 1362 erhöht. Um dieser ärgerlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten, haben Infrabel und die damalige SNCB-Holding im Mai 2013 beschlossen, mit einem Nationalen Aktionsplan gegen Kabeldiebstahl vorzugehen. Dieser Plan, den das Ministerium für öffentliche Unternehmen, Inneres und Wirtschaft und das Staatssekretariat für Mobilität erarbeitet haben, enthielt unter anderem die folgenden konkreten Punkte:

  • Es wurde ein neues Gesetz erlassen, das Barzahlungen im Kupferhandel verbietet.
  • Die Bahnpolizei erhielt 100 zusätzliche Beamte. Diese Einheit führt gezielte "Schwerpunktaktionen" in Zusammenarbeit mit der Bundes- und lokalen Polizei und unter Einsatz von Hubschraubern durch.
  • Der Beruf "Schrotthändler" wurde deutlicher definiert und abgegrenzt, um illegalen Händlern schneller auf die Spur zu kommen.
  • Infrabel und die SNCB-Holding starteten Sensibilisierungsaktionen für die breite Öffentlichkeit.

Aktionen gegen Kupferdiebstahl

Kampagnen mit einem spielerischen Zugang

Die zugrunde liegende Kampagnenbotschaft umfasst drei Aspekte:

  1. Die Hauptbotschaft ist: "Sehen Sie einen Kabeldieb? Dann handeln Sie schnell und rufen Sie Securail unter der Nummer 0800/30 230 an."
  2. Ferner möchten wir, dass sich die Öffentlichkeit mit einer Problematik beschäftigt, die weitreichende Folgen hat. Kupferdiebe treffen nicht nur Infrabel (indirekt also auch die Steuerzahler) in ihrem Geldbeutel, sondern verursachen zudem gefährliche Situationen auf und an den Gleisen und – nicht zu vergessen – erhebliche Verspätungen des Zugverkehrs.
  3. Eine dritte, eher implizitere Botschaft, die wir vermitteln wollen, ist die Tatsache, dass Infrabel (und damit die gesamte SNCB-Gruppe) der Pünktlichkeit des Zugverkehrs viel Aufmerksamkeit widmet und allen Verspätungsursachen den Kampf ansagt, einschließlich der schwer zu kontrollierenden Ursachen wie Kabeldiebstahl.

Anwohner

Eine sehr wichtige Zielgruppe für das Melden von Kabeldiebstählen sind die Anwohner. Sie können die Rufnummer 0800/30 230 wählen, wenn sie Zeuge von verdächtigem Verhalten in der Nähe der Eisenbahninfrastruktur sind.

Wann sprechen wir von einer "verdächtigen Situation"?

Einige Beispiele:

  • Personen mit Kneifzangen bewegen sich in der Nähe von Gleisen.
  • Fetzen von Kabelummantelungen liegen in der Nähe von Gleisen auf dem Boden.
  • Ein Lieferwagen ist an einer ungewöhnlichen Stelle neben den Gleisen geparkt.
  • Personen ohne fluoreszierende Weste gehen an den Gleisen entlang.

Oben genannte Anzeichen können darauf hindeuten, dass Kupferdiebe am Werk sind (waren). In diesem Fall wird dringend empfohlen, die Telefonnummer der Eingreifgruppe anzurufen.

Unterstützung von Schrotthändlern

Neben den Anwohnern richtet sich Infrabel auch an die Schrotthändler, da sie genau wie Infrabel die Dummen bei dieser Form der Kriminalität sind. Die belgischen Schrotthändler und Recycling-Unternehmen laufen nämlich Gefahr, die Kosten der Kabeldiebstähle mittragen zu müssen, wenn sie – selbst ohne es zu merken – gestohlenes Material einkaufen.

Wenn ihnen Kabel verdächtiger Herkunft angeboten werden, können sie sich unmittelbar an die Polizei wenden (über die Notrufnummer 101). Auf diese Weise können sie den zuständigen Behörden helfen, Kabeldiebe zu verhaften und damit das Problem an der Wurzel anzupacken.

Natürlich ist es nicht immer leicht, die Herkunft von angebotenen Kabeln zu ermitteln. Darum haben Infrabel und die SNCB-Holding ihnen im Rahmen dieser Kampagne einen praktischen Leitfaden mit Fotos und Beschreibungen zugeschickt, um ihnen zu helfen, Kupfer aus dem belgischen Schienennetz schnell und effizient als solches zu identifizieren.