Schuman-Josafat Eisenbahntunnel

Der Schuman-Josafat-Eisenbahntunnel stellt eine direkte Verbindung zwischen dem Bahnhof Brüssel-Schuman und der Strecke Halle-Vilvoorde (Linie 26) her, die auch als östlicher Schienenring um Brüssel bezeichnet wird. Mit dieser neuen Verbindung bekommt das Europaviertel eine direkte Bahnanbindung an den Norden von Brüssel, den Flughafen und auch die wichtigsten Städte in Belgien. Darüber hinaus wird die Nord-Süd-Verbindung in Brüssel dank der neuen Schuman-Josafat-Verbindung entlastet.

Neue Bahnverbindung für Brüssel

Die Schuman-Josafat-Verbindung ist eine neue Bahnverbindung zwischen dem Bahnhof Brüssel-Schuman und der Bahnlinie Halle-Vilvoorde (östlicher Schienenring um Brüssel, Linie 26). Diese neue Eisenbahninfrastruktur verläuft komplett unterirdisch und ist mehr als 1,25 Kilometer lang. Der Bahntunnel befindet sich unter der Kortenberglaan/Avenue de Cortenbergh, dem Jamblinne de Meuxplein/Place de Jamblinne de Meux und schafft eine Verbindung zum Bahntunnel unter dem Eugène Plaskyplein/Square Eugène Plasky.

ZOOM

Tunnel Schuman-Josaphat

Zeiteinsparung dank direkter Verbindung

Der Schuman-Josafat-Tunnel verbindet das Europaviertel direkt mit wichtigen belgischen Städten (Antwerpen, Mechelen, Löwen, Lüttich) und dem Flughafen Brüssel. Durch die neue Eisenbahninfrastruktur wird ein rascherer Zugang nach Brüssel und eine Entlastung der stark frequentierten Nord-Süd-Verbindung erreicht. Darüber hinaus ergänzt der Bahntunnel optimal die Diabolo-Verbindung, die im Juni 2012 eingeweiht wurde. Die Fahrzeit zwischen Ottignies und dem Flughafen beträgt mit dem Schuman-Josafat-Tunnel nur noch 30 anstatt 50 Minuten. Ein Umsteigen im Bahnhof Brüssel-Nord ist nicht mehr erforderlich.

Beeindruckende Arbeiten unter der Erde

Der Bau der Watermael-Schuman-Josafat-Verbindung ist die größte unterirdische Baustelle, die Brüssel je gesehen hat. Für Beliris und unser Ingenieurbüro TUC Rail, die die Schienenarbeiten verfolgt und ausgeführt haben, war dieses Projekt eine besondere technische Herausforderung. 

Der Bau des neuen Bahntunnels erfolgt vollständig unter der Erde, ohne offene Einschnitte. Darüber hinaus befindet er sich unter dem am dichtesten bevölkerten Ort Belgiens. Der unterirdische Bereich ist sehr kompliziert, da dort ebenfalls Metro- und Straßentunnel verlaufen. Die Arbeiter haben einen großen Teil des Bahntunnels ohne schweres Gerät gegraben.

Über den gesamten Zeitraum der Arbeiten wurden die nahegelegenen Häuser rund um die Uhr mithilfe von Messgeräten überwacht, um ein mögliches Absinken sofort feststellen zu können.

Neuer multimodaler Bahnhof Brüssel-Schuman

Der Bahnhof Brüssel-Schuman ist ein wichtiges Verbindungselement für den Verkehr in Brüssel. Der Bahnhof wird vollständig renoviert und umgebaut in einen multimodalen Knotenpunkt, sodass Bahn und Metro nahtlos verbunden sind. Der neue Bahnhof hat drei unterirdische Ebenen, wobei auch Tageslichteinfall gegeben sein wird. Die Bahnsteige sind erhöht, sodass Reisende leichter ein- und aussteigen können.

Finanzierung

Insgesamt wurden für die Schuman-Josafat-Verbindung zirka 365 Millionen Euro investiert. Für die Erweiterung der Strecke zwischen den Bahnhöfen Watermaal und Brüssel-Schuman wurden weitere 266 Millionen Euro ausgegeben.

Infrabel investierte in die Arbeiten 537 Millionen Euro (davon 33 Millionen aus europäischer Förderung). Beliris unterstützte das Projekt mit 50 Millionen Euro, insbesondere für die Einrichtung des multimodalen Knotenpunkts. Brüssel Mobilität investierte 12 Millionen Euro für die Einrichtung der Metrostation und die Renovierung des Wettunnels.

Unerlässliche Verbindung für das regionale Expressnetz

Die Schuman-Josafat-Eisenbahnverbindung ist ein integraler Bestandteil des regionalen Expressnetzes. Mit diesem Netz möchte Infrabel das Angebot für Bahnreisende in Brüssel deutlich erhöhen. In Brüssel wird es auf den fünf Hauptachsen vier anstatt von zwei Gleisen geben und das auf 30 Kilometern rund um die Hauptstadt. Diese Ausweitung der Kapazitäten ermöglicht eine höhere Frequenz der Züge und mehr Komfort.

Das regionale Expressnetz