Modernisierung der Achse 3 Brüssel-Luxemburg

Seit mehreren Jahren werden auf der Achse 3 umfangreiche Modernisierungsarbeiten an der Eisenbahninfrastruktur durchgeführt. Diese Arbeiten sollen eine Erhöhung der Zuggeschwindigkeit und eine Verkürzung der Fahrzeiten zwischen Brüssel und Luxemburg ermöglichen.

Umfassendes Modernisierungsprogramm

Die Achse 3 verbindet Brüssel mit dem Großherzogtum Luxemburg. Sie besteht aus den Strecken 161 (Brüssel-Namur) und 162 (Namur-Grenze) und ist insgesamt 226 km lang. Der Streckenverlauf ist kurvenreich, allein auf belgischem Gebiet gibt es mehr als 150 Kurvenbereiche. Aus diesem Kurvenreichtum resultiert die relativ niedrige Richtgeschwindigkeit (130 km/h) auf dieser internationalen Achse und das Vorhandensein zahlreicher Streckenabschnitte, die nur mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden können.

Auf Initiative der Regierungen von Belgien und Luxemburg leitete Infrabel 2007 umfangreiche Modernisierungsarbeiten an den Eisenbahninfrastrukturen auf dieser Achse ein.

Mit diesem umfangreichen Modernisierungsprojekt sollen alle Beschränkungen bis zur Grenze des Großherzogtums beseitigt werden. Zudem soll die Richtgeschwindigkeit auf 160 km/h erhöht werden, dies allerdings nur auf ausreichend langen Streckenabschnitten, um den Beschleunigungs- und Abbremsprozess zu ermöglichen. Diese Geschwindigkeitserhöhung soll je nach eingesetztem Zugtyp einen Zeitgewinn zwischen 11 und 20 Minuten bringen.

Die erwartete Verbesserung der eisenbahntechnischen Leistung auf der Achse Brüssel-Luxemburg dürfte die Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität des Schienenverkehrs stärken und den Straßenverkehr auf den großen Autobahnachsen in oder aus Richtung des Großherzogtums Luxemburg entlasten.

Geplante Modernisierungsarbeiten

Dieses Projekt umfasst zahlreiche und umfangreiche Arbeiten zur Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur und zur Erweiterung der Kapazität.

Zur Modernisierung von Achse 3 gehören folgende Maßnahmen:

  • Verbesserung des Verlaufs der schwierigsten Kurvenbereiche,
  • Modernisierung der Durchfahrtsbahnhöfe: drei Bahnhöfe sollen vollständig umgestaltet werden (Jemelle, Gembloux und Ciney),
  • Durchsetzung eines Gleisabstands von 2,25 m, um eine Richtgeschwindigkeit von 160 km/h zu ermöglichen,
  • Ersatz von Ingenieurbauten,
  • Sanierung des Bahnkörpers, einschließlich Bearbeitung von Felswänden und Vornahme großflächiger Einschnitte,
  • Reelektrifizierung der Achse und Installation einer 25 kV-Versorgung,
  • Modernisierung der Signalanlagen mit Übergang zur EBP-PLP-Technologie.

Bereits abgeschlossene Maßnahmen

  • Die Streckenabschnitte Arlon – luxemburgische Grenze und Hatrival – Lavaux wurden vollständig modernisiert und reelektrifiziert.
  • Die Tiefbauarbeiten für 10 Kurvenbereiche wurden abgeschlossen.
  • 48 Ingenieurbauten (von 50) wurden erneuert und 19 ebenerdige Bahnübergänge wurden an den Strecken 161 und 162 zurückgebaut.
  • Die Bahnhöfe Jemelle und Gembloux wurden umfassend modernisiert.
  • Derzeit werden Arbeiten an den Streckenabschnitten Namur – Ciney und Habay – Arlon durchgeführt.

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