Das Hochgeschwindigkeitsnetz

Schnell und weit reisen ... Das Hochgeschwindigkeitsnetz verbindet unser Land in Rekordzeit mit den wichtigsten europäischen Städten. 2009 wurde diese für unser Land entscheidende Bahninfrastruktur eingeweiht. Das aus drei Achsen bestehende Hochgeschwindigkeitsnetz verbindet die Landesgrenzen mit der Hauptstadt. Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland sind durch dieses Hochgeschwindigkeitsnetz nur noch einen Steinwurf entfernt.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecken

Das belgische Hochgeschwindigkeitsnetz umfasst 314 Kilometer Schienen, davon 200 Kilometer Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die Geschwindigkeit der Züge liegt zwischen 160 km/h und 300 km/h. Das Hochgeschwindigkeitsnetz wurde weitestgehend in die bestehende Infrastruktur integriert. Die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken sind so mit dem Verkehrs- und Schienennetz verbunden. Infrabel nutzte zudem die bereits bestehenden Bahnstrecken. Diese Bahnstrecken wurden aufgewertet und sind heute integraler Bestandteil des Hochgeschwindigkeitsnetzes. Seit der Einweihung des Hochgeschwindigkeitsnetzes spart der Reisende viel Zeit.

 

Eine Übersicht der Zeiteinsparung:

 

Route Fahrzeit vor den Bau des Hochgeschwindigkeitsnetz Fahrzeit der Hochgeschwindigkeitszüge (Dezember 2009) Zeiteinsparung
Brüssel – Amsterdam 2,44 Std. 1,51 Std. 53 Minuten
Brüssel – Köln 2,33 Std. 1,57 Std. 36 Minuten
Brüssel – Paris 1,58 Std. 1,22 Std. 36 Minuten
Brüssel – London 2,55 Std. 1,51 Std. 64 Minuten

 

Brüssel – Französiche Grenze

Die westliche Hochgeschwindigkeitsstrecke verbindet Brüssel mit der französischen Grenze. Diese 71 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsachse ist bereits seit 1997 in Betrieb. Beim Verlassen von Brüssel fährt der Hochgeschwindigkeitszug auf bestehenden modernisierten Bahngleisen und ab Tubeke mit ca. 300 km/h auf neu verlegten Hochgeschwindigkeitsgleisen. Die westliche Hochgeschwindigkeitsstrecke wird ab Brüssel von den Thalys -Zügen von und nach Paris genutzt, den Eurostar-Zügen zwischen Brüssel und London und den TGV-Zügen zu verschiedenen Zielen in Frankreich.

Brüssel – Deutsche Grenze

Diese Hochgeschwindigkeitsachse bringt Brüssel ein Stück näher an die deutsche Grenze und führt den Reisenden durch abwechslungsreiches Gelände. Die Trasse von Brüssel nach Löwen verläuft über bestehende modernisierte Bahngleise. Von Löwen bis Lüttich rast der Hochgeschwindigkeitszug mit einer Geschwindigkeit von rund 300 km/h über brandneue Hochgeschwindigkeitsgleise. Darüber hinaus fahren auch einige inländische IC-Züge auf dieser neuen Eisenbahnstrecke und gewinnen so Zeit. Hinter Lüttich geht es mit 260 km/h in Richtung deutsche Grenze. Beide Hochgeschwindigkeitsstrecken liegen in unmittelbarer Nähe zur E40. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Ost wird von den Thalys-Zügen von Brüssel nach Köln und zurück befahren und von den deutschen ICE-Zügen zwischen Brüssel und Frankfurt.

Brüssel – Niederländische Grenze

Diese Strecke verbindet Brüssel mit der niederländischen Grenze. Dank der Antwerpener Nord-Süd-Verbindung fahren die Hochgeschwindigkeitszüge durch einen langen Tunnel unter Antwerpen und nehmen anschließend Kurs auf die Niederlanden. Der Bau dieses Tunnels verwandelte den Antwerpener Hauptbahnhof von einem Kopfbahnhof mit zehn Gleisen zu einem Durchgangsbahnhof mit 14 Gleisen. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Nord fahren Thalys-Züge zwischen Brüssel und Amsterdam.

Diabolo

Der Bau von Diabolo war ein bedeutender Meilenstein für die Weiterentwicklung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Belgien. Dank dieser neuen Bahnverbindung ist der Flughafen Brussels Airport direkt an das Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden. Reisende können seitdem rasch vom Flugzeug in den Zug und umgekehrt umsteigen.

 

Sicher reisen

Hochgeschwindigkeitszüge fahren so schnell, dass der Zugführer die Signale entlang der Strecke unmöglich mitbekommen und deuten kann. Hochgeschwindigkeitszüge sind darum mit einem automatischen Zugsicherungssystem ausgestattet. Diese Sicherheitssysteme überwachen die Geschwindigkeit der Züge und bremsen diese automatisch ab, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht eingehalten wird. Das belgische Hochgeschwindigkeitsnetz ist dazu weitgehend mit dem Europäischen Sicherheitssystem ETCS ausgestattet. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Frankreich wird das französische Zugsicherungssystem TVM eingesetzt. Infrabel möchte das gesamte herkömmliche Schienennetz Belgiens Schritt für Schritt mit ETCS ausstatten.