Das Réseau Express Régional

Brüssel hat eine Toplage im Herzen Europas. Die Stadt hat deshalb auch mit der zunehmenden Belastung des Straßenverkehrs zu kämpfen. Die vielen Pendler, die tagtäglich nach Brüssel fahren, verursachen großen Staustress und setzen die öffentlichen Verkehrsmittel unter Druck. Infrabel möchte diese Mobilitätsprobleme mit dem Regionalen Expressnets, kurz GEN, in den Griff bekommen. GEN steht für: mehr Kapazität, mehr Züge und mehr Komfort auf den großen Bahnstrecken von und nach Brüssel.

Immer mehr Pendler

In Brüssel sind eine Menge nationaler und Europäischer Institutionen angesiedelt. Darüber hinaus agieren zahlreiche Unternehmen von Brüssel aus. Die Arbeitsmöglichkeiten in Brüssel ziehen viele Pendler an und erschweren infolgedessen die Mobilität, insbesondere während der Stoßzeiten. Dann ist auf den Zufahrtsstraßen nach Brüssel kein Vorwärtskommen mehr. Deshalb wählen immer mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel, um zu ihrem Ziel zu gelangen: Bus, Straßenbahn, U-Bahn und Zug. Kapazität und gegenseitige Komplementarität dieser Verkehrsmittel reichen aber nicht, um den Straßenverkehr drastisch zu reduzieren. Mit dem GEN, dem Regionalen Expressnetz, wird der öffentliche Personennahverkehr in einem Umkreis von 30 Kilometern rund um die Hauptstadt verbessert.

 

Erhöhung der Kapazität

GEN kombiniert Geschwindigkeit und Häufigkeit. Eine Trennung der Direktzüge und der langsameren Nahverkehrszüge ist deshalb dringend erforderlich. Infrabel verdoppelt daher auch die Kapazität auf den großen Bahnstrecken rund um Brüssel. Statt 2 Gleise werden die GEN-Strecken 4 Gleise zählen. Die häufiger haltenden GEN-Züge werden somit über eigene Gleise verfügen und den direkten Zugverkehr nicht behindern.

 

 

Europäisches Viertel

Zur Verbesserung der Mobilität im Europäischen Viertel und Umgebung baut Infrabel einen neuen Tunnel, um die Bahnstrecken Brüssel-Namür (L 161) und Brüssel-Halle (L 26) direkt miteinander zu verbinden. Der Schuman-Josafat Tunnel soll dem Brüsseler Schienennetz mehr Luft verschaffen. Das Europäische Viertel soll durch dieses Schlüsselprojekt und den neu angelegten Diabolo eine Direkte Anbindung an die großen Städte des Landes und den Flughafen erhalten.

 

 

Stand der Dinge

Die Anpassungsarbeiten an einigen Bahnstrecken sind bereits abgeschlossen, andere sind noch in vollem Gange.

Weitere Informationen über die GEN-Arbeiten

 

Intermodalität

Ein integrierter öffentlicher Personennahverkehr. Das GEN-Projekt steht nicht nur für die Erhöhung der Bahnkapazität in und um Brüssel, sondern beinhaltet auch eine Integration des öffentlichen Personennahverkehrsangebots: Zug, Straßenbahn, U-Bahn, Bus. Dank GEN werden diese Verkehrsmittel nahtlos miteinander verbunden sein, sodass die Reisezeit spürbar verkürzt wird. Wir werden uns dann schneller durch die Hauptstadt bewegen können.

Multimodale Haltestellen

Die Haltestellen entlang der künftigen GEN-Strecken werden von Grund auf modernisiert und zu multimodalen Knotenpunkten, an denen verschiedene Verkehrsmodi zusammenfließen. Pendler müssen dort schnell und bequem einsteigen, aussteigen oder umsteigen können. Infrabel hat auch einige neue Haltestellen eröffnet, um dem Mobilitätsbedarf zu entsprechen: Mouterij, Arcaden und Diesdelle. An der Bahnstrecke Brüssel-Denderleeuw kommt auch eine neue GEN-Haltestelle Anderlecht hinzu.