Diaboloprojekt

Die Erreichbarkeit von Brussels Airport mit der Bahn ist ein wichtiger Schritt für das belgische Eisenbahnnetz. Durch Diabolo ist der Flughafen direkt mit den großen Bahnstrecken des nationalen Netzes und über die internationalen Verbindungen mit verschiedenen europäischen Städten zu erreichen. Brussels Airport wurde in nur 7 Jahren zu einem der am besten per Bahn erreichbaren Flughäfen in Europa. Im Sommer 2012 wurde Diabolo offiziell in Betrieb genommen.

Diabolo?

Diabolo ist die Bezeichnung für die Initiativen, die wir ergriffen haben, um die Erreichbarkeit von Brussels Airport mit der Bahn zu verbessern. So fördern wir zudem die Entwicklung des Flughafens und bieten optimalen nachhaltigen Transport. Warum Diabolo? Weil die Form der neuen Eisenbahninfrastruktur, die den Bahnhof Flughafen Brüssel-Zaventem ans Schienennetz anbindet, an das gleichnamige Spielzeug erinnert. Daher der Name dieses groß angelegten Projekts.

Nördlicher Bahnanschluss

Diabolo ist die neue unterirdische Bahnverbindung zwischen dem umgebauten Bahnhof Flughafen Brüssel-Zaventem und der neuen zweigleisigen Strecke Schaarbeek-Mechelen (L 25N genannt) auf dem Mittelstreifen der Autobahn E 19. Von Mechelen gelangt man über diese neue Bahnverbindung künftig in nur 10 Minuten zum Brussels Airport, von Antwerpen in etwa 30 Minuten. Zeiteinsparung im Vergleich zu früher? Eine halbe Stunde.

 

Verbindungsbogen von Nossegem

Bereits 2005 erhielt der Flughafen eine bessere Bahnverbindung mit der östlichen Strecke Lüttich-Limburg-Löwen (L 36). Die Kapazität dieser Bahnlinie wurde zudem ab Ende 2006 erhöht durch die viergleisige Strecke zwischen Brüssel und Löwen (Link zu GEN). Reisende aus Flämisch- und Wallonisch-Brabant, Limburg und Lüttich erreichen den Flughafen heute 15 bis 40 Minuten schneller.

 

Tunnelbohrungen

Der Bau der unterirdischen Bahnverbindung zwischen dem Flughafen und der neuen Bahnstrecke Schaarbeek-Mechelen (L 25N) war eine technische Herausforderung. 16,5 Meter unterhalb der wichtigsten Start- und Landebahnen des Flughafens bohrte Infrabel zwei einspurige 1,07 km lange Tunnel. Für die computer- und lasergesteuerte Bohrung der Tunnelschächte wurde eine 66 Meter lange Bohrmaschine eingesetzt. Der Flugverkehr wurde während der Bauarbeiten zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt.

 

Flughafen Brüssel-Zaventem

Infrabel hat den Bahnhof Flughafen Brüssel-Zaventem vollständig erneuert und mit einem unterirdischen Gleis- und Weichenkomplex an die gebohrten Tunnel angeschlossen. Der Bahnhof hat jetzt drei moderne und verlängerte Bahnsteige von jeweils 425 Metern. Somit können auch internationale Züge optimal empfangen werden.

 

Neue Bahnstrecke entlang der E19

Zwischen Schaarbeek und Mechelen legten wir eine neue Bahnstrecke (L 25N) auf dem Mittelstreifen der E19 an. Die 17 Kilometer lange Strecke schließt über drei neue Brücken und Viadukte in der Umgebung von Haren und Schaarbeek an die bestehende Bahninfrastruktur von Brüssel an. Zwei unterirdische Abzweigungen und Zugangsrampen verbinden die neue Bahnstrecke mit den Tunnelschächten in Richtung Flughafen Brüssel-Zaventem.

 

ETCS

Sicherheit ist unsere oberste Priorität. Infrabel rüstet sein Eisenbahnnetz daher Schritt für Schritt mit den automatischen Stoppsystemen aus. Die neue Bahninfrastruktur von Diabolo und die Bahnstrecke Schaarbeek-Mechelen (L 25N) sind komplett mit dem Europäischen System für Signalgebung  ETCS ausgerüstet. (Link zu den Sicherheitsseiten). Die Diabolo-Eisenbahntunnel sowie die oberirdische Bahnstrecke sind zudem mit dem digitalen Kommunikationsnetzwerk GSM-R ausgestattet (Link zu den Sicherheitsseiten).

 

Finanzierung

Insgesamt wurden 678 Millionen Euro (2012) für Diabolo investiert. Es ist die erste öffentlich-private Partnerschaft im Bahnsektor. Bei dieser Finanzierungsmethode werden sowohl der Bau als auch die Finanzierung eines Infrastrukturprojekts einem privaten Investor übertragen. Die unterirdische Bahnverbindung wurde von der Projektgesellschaft Northern Diabolo AG finanziert. Die überirdische Bahnstrecke, die Gleisarbeiten und die für die unterirdische Trasse erforderlichen Zusatzarbeiten wurden von Infrabel aus staatlichen Mitteln finanziert.

 

Einweihung

Am Donnerstag, den 7. Juni 2012, weihte König Albert II den neuen Diabolo-Eisenbahnkomplex ein. Am 10. Juni 2012 wurde Diabolo kommerziell in Betrieb genommen.

 

Nächste Schritte?

Das Diaboloprojekt hat noch ein Nachspiel! Infrabel kümmert sich zudem um die Verwirklichung von zwei weiteren strategischen Bahnprojekten, die sich ebenfalls günstig auf die Anbindung von Brussels Airport auswirken sollen. Die Bahnumgehung in Mechelen soll die Kapazität der strategischen Verbindung Brüssel-Antwerpen-Niederlande deutlich erhöhen. Auf der Rückseite des Bahnhofs Mechelen wird die Bahnumgehung aus zwei zusätzlichen Gleisen und zwei neuen Bahnsteigen bestehen. Diese beiden neuen Gleise sollen direkt an die neue Bahnstrecke 25N und an Diabolo anschließen. Die neue Bahnverbindung Watermaal-Schuman-Josaphat, integraler Bestandteil des GEN-Projekts (Link zu den GEN-Seiten), wird das Europäische Viertel direkt mit dem Flughafen verbinden.

Video

Schauen Sie sich unsere Videos über das Diaboloprojekt an!